Sabbioneta, inmitten der Po-Ebene gelegen und während der spanischen Herrschaft eine der am stärksten befestigten Festungen der Lombardei, ist heute ein bedeutendes Kunstzentrum der norditalienischen Region Lombardei. Nicht zuletzt trägt die Terrakotta, die beim Bau dieser idyllischen Stadt verwendet wurde, dazu bei.
Vespasiano Gonzaga (1531–1591), der 1577 zum Herzogtum ernannt wurde, errichtete auf den Sandablagerungen der Flüsse Po und Oglio seine „ideale Renaissancestadt“ nach römischem Vorbild. Seine „Citta Ideale“ oder „Klein-Athen“ war eine von sechs Bastionen befestigte Stadt mit prächtigen Gebäuden wie dem Teatro all’Antica, das aus behauenen Blöcken rustizierten Natursteins erbaut wurde und handgefertigte Terrakottaböden und -verzierungen aufweist.
Im Teatro all’Antica bedeckten die Terrakottafliesen den Boden des Zuschauerraums (des Auditoriums oder Cavea) und des angrenzenden Orchesters. Die Fliesen liegen direkt vor und unter der halbrunden Holztribüne und reichen bis unter die korinthische Säulenhalle.
Die Fliesen bestehen aus einer traditionellen Tonmischung der Po-Ebene und wurden in Handarbeit gefertigt. Sie haben einen warmen, nussigen Rosaton und messen 23 x 23 cm. Dieses erdige Material bildet einen bewussten ästhetischen Kontrast zum Marmor- und Holzinterieur des Renaissance-Theaters. Architekt Vincenzo Scamozzi wählte diese Fliesen, um die klassische römische Atmosphäre wiederzubeleben und gleichzeitig eine harmonische Basis zu schaffen, aus der die Säulen mit den Statuen der zwölf olympischen Götter emporzusteigen scheinen.
Der Hersteller der handgefertigten Terrakotta-Fliesen, einer der bevorzugten Lieferanten von Terrecotte Europe, ist bekannt für die handwerkliche Fertigung traditioneller, authentischer Terrakottafliesen. Dabei verwendet er historische Techniken, die perfekt mit den architektonischen Anforderungen von Renaissance-Denkmälern übereinstimmen.
Dank seiner Expertise, die auf Originalmustern und -entwürfen basiert, konnte er die spezifische quadratische Form und den charakteristischen nussrosa Farbton realisieren, den sich der Architekt Vincenzo Scamozzi damals vorstellte.
Das Herzogliche Theater (Teatro Ducale), das erste Gebäude, das eigens als permanentes Theater konzipiert wurde, ist – neben der Anwendung der pythagoreischen Proportionen im Stadtplan – das wohl spektakulärste Element dieser Stadt, die im klassischen Schachbrettmuster angelegt ist.